Irina Herb erforscht in ihrer Dissertation "Wem gehören die Reproduktionsmittel? Zur Politischen Ökonomie der (In-)Fertilität", wie Fertilität und Schwangerschaft in globale Ungleichheiten und kapitalistische Wertschöpfungsregime eingebettet sind. Dabei zeichnet sie zentrale Entwicklungen nach, etwa die Finanzialisierung von Fertilitätsbehandlungen, techno-eugenische Praktiken sowie die Auslagerung von Schwangerschaft in den Globalen Süden. Letztere Forschungsperspektive führte sie kürzlich als Fellow an die University of Cape Coast in Ghana.
Sie hat an der Georg-August Universität Göttingen Soziologie und an der Universität Oxford Internationale Beziehungen studiert. Sie arbeitete als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Diversitätsforschung (Göttingen) und am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften (Göttingen) und forschte bei der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (Frankfurt a.M.) und am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (Leipzig). Nach ihrem Studium arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem ThinkTank zu umweltpolitischen Themen.
Irina Herbs Interesse gilt Marxistischen Theorien im Kontext von sozialer Reproduktion, reproduktiver Gerechtigkeit und Reproduktionstechnologien, Rassismus und (Neo-)Kolonialismus. Sie beschäftigt sich außerdem mit sozialer Reproduktion im Kontext von Faschismus und Faschisierung und publiziert neben akademischen Texten in Zeitschriften.