Ein neuer Sammelband der Schriftenreihe "Strukturwandel des Eigentums" zu Nomad Properties ist erschienen, herausgegeben von Anna Möllers, Dirk Schuck und Bernhard Kleeberg. Während der Diskurs über Nomadentum im 18. und 19. Jahrhundert mit kolonialen Kontexten und Vorstellungen von sogenannten „primitiven“ Gesellschaften verflochten war, wurde er im 20. Jahrhundert mit dem aufkommenden „modernen Nomadentum“ facettenreicher. Der Sammelband untersucht den Zusammenhang zwischen nomadischen Strukturen und Eigentum und lässt die unterschiedlichsten Stimmen zu Wort kommen, auch aus der wenig bekannten fahrenden Minderheit der Jenischen.
Neuer Blogpost online!
In ihrem neuen Blogbeitrag argumentiert Lydia von der Weth am Beispiel des islamischen Rechtsdenkens, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit alternativen Eigentumstraditionen uns dabei helfen kann, einige der drängendsten Herausforderungen zu bewältigen, denen heutige Eigentumsordnungen gegenüberstehen.
In Diskussionen zu Umwelt-, Klima- oder Energiegerechtigkeit werden vor allem nachgelagerte Effekte wie soziale Ungleichheit thematisiert, nicht aber die Verfasstheit von Eigentum selbst und dessen Prägekraft für soziale Verhältnisse. Ebenso selten werden in umgekehrter Richtung die Auswirkungen sozial-ökologischer Transformationsprozesse auf Eigentumsverhältnisse dezidiert erforscht oder beschrieben – obwohl auch hier weitreichende Veränderungen und Konflikte zu erwarten sind. Unser neues Working Paper 11 „Eigentum und sozial-ökologische Transformation. Einige konzeptionelle Überlegungen zu einem vernachlässigten Zusammenhang“ greift dieses Spannungsverhältnis auf.
Klimaschutz muss sozialverträglich sein
Silke van Dyk und Hartmut Rosa erläutern in einem Interview mit der Ostthüringer Zeitung, inwiefern Eigentumsfragen über den Erfolg von Umweltmaßnahmen entscheiden. Zu Fragen von Eigentum und ökologischer Krise findet am Donnerstag, den 15. Januar im Volksbad Jena ab 18 Uhr die Veranstaltung Wem gehört die Zukunft statt.
In ihrer „activity-based theory of rent“ versuchen die Autor*innen Marlen van den Ecker, Tilman Reitz und Sebastian Sevignani einerseits, bestehende theoretische Ansätze der Rentenökonomie im digitalen Kapitalismus zu systematisieren. Andererseits behaupten die Autor*innen, dass jene Konzepte verschiedene Formen menschlicher Aktivitäten außer Acht lassen, die der Rentenextraktion allerdings zugrunde liegen: unbezahlte bzw. nicht beim Rentier beschäftigte Aktivitäten wie Softwareentwicklung, akademische Forschung und Produser-Aktivitäten.
Der neue Band "Eigentumskonflikte. Konzeptionelle und Empirische Perspektiven" unserer Schriftenreihe "Strukturwandel des Eigentums" ist erschienen. Kathrin Leuze, Joachim von Puttkamer, Marion Reiser und Sylka Scholz versammeln in ihm Texte, die einen Blick auf die unterschiedlichen Konflikte unserer kapitalistischen Gegenwartsgesellschaft werfen. Dabei stellt sich die Frage, ob diese Konflikte das Potenzial haben, gesellschaftliche Eigentumsordnungen grundlegend zu transformieren.
Neu: Dossier Sozial-ökologische Transformation und Eigentum
Dieses Dossier befasst sich mit unserem aktuellen "Thema des Semesters": Eigentum und sozial-ökologische Transformation. In diesem ersten Dossier finden sich neben vielen anderen Beiträgen ein Interview mit Tilo Wesche zu seinem Buch „Die Rechte der Natur. Vom nachhaltigen Eigentum“ aus der Video-Reihe „DFG bewegt“, außerdem ein Blogbeitrag von Helen Bönnighausen, Luzie Gerstenhöfer, Maria Pfeiffer, Marco Sonnberger und Anne Tittor zu „Energiewende für alle? Zum komplexen Zusammenhang von Energiewende, Mitbestimmung und Eigentumsverhältnissen“, der ein Ergebnis eines SFB-Workshops zum Thema ist.
Ab sofort findet sich unsere Neue Bibliothek des Eigentums auch auf unserer Webseite. Eine umfangreiche Datenbank orientiert über relevante Publikationen zum Thema Eigentum, die Quellen des Quartals geben einen Einblick in unsere Forschungsprojekte und unsere thematischen Dossiers präsentieren unterschiedlichste Quelle zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten.
Stellenausschreibung als studentische Hilfskraft im SFB
Sofia Bianchi Mancini und Maria Dell'Isola haben ein Themenheft der Zeitschrift "Civilità e Religioni " veröffentlicht. Die darin versammelten Beiträge zum Thema Eigentum und Religion setzen sich mit dem Konzept des "göttlichen Eigentums" ("divine property") vom ersten bis zum neunten Jahrhundert nach Christus auseinander. Sie zeigen so, dass Eigentum im religiösen Kontext immer auch dazu dient, Vorstellungen von Gott, Gemeinschaft und Macht auszudrücken.
Wozu ein allgemeines Grunderbe? Dieser Frage geht Coco Lina Aglibut im neu erschienen Blogbeitrag nach. Dabei geht sie einerseits auf die Ideengeschichte des allgemeinen Grunderbes ein, andererseits stellt sie die verschiedenen Positionen vor, die sich alle positiv auf das Konzept beziehen und stellt die Frage nach seinem transformativen Potenzial.
Im soeben erschienen Blogbeitrag "Anfänge der Bettelorden und Besitz" beschreibt Jana Ilnicka die parallele Entwicklung der ersten Bettelorden. Sie unterschieden sich hauptsächlich in ihren verschiedenen Auffassungen von Armut bzw. Besitzlosigkeit.
Am 10. Dezember finden gleich drei Veranstaltungen des SFB statt: Um 14 Uhr führen Niklas Angebauer und Tilo Wesche in Theorien des Eigentums ein, um 16 Uhr (s.t.) präsentieren die soziologischen Teilprojekte des SFB ihre Forschungsergebnisse und um 18 Uhr stellen Niklas Angebauer und Tilo Wesche im Rahmen des Social Theory Colloquium ihr bei Suhrkamp erschienenes Buch „Umkämpftes Eigentum“ vor.
Am 22. Januar 2026 diskutieren Eva von Redecker und Penelope Deutscher zum Thema „Reproduction, Life and Property“ am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Standpunkte. Feministische Philosoph:innen im Gespräch" und findet in Kooperation mit dem SFB-Projekt „Dynamiken der Reproduktionsökonomie. Formen der Aneignung in globalen Fertilitätsketten“ statt.
Die Verletzliche Gesellschaft – wie geopolitische Spannungen und soziale Ungleichheit unser Zusammenleben beeinflussen
Silke van Dyk wird am 25. November in Dresden zu Gast in einer Gesprächsreihe zum Thema Soziale Ungleichheit und globale Unsicherheiten sein. Mit Julia Jirmann vom Netzwerk Steuergerechtigkeit e.V. spricht sie über die Auswirkungen sozialer Ungleichheiten auf unser Zusammenleben, wie beispielsweise die Ungleichverteilung von Eigentum, Bildung, Berufschancen und Lebensbedingungen.
Im neu erschienenen Blogbeitrag "Umkämpfte Systemrelevanz: Zur Aneignung von Infrastrukturen in der Dauerkrise" wirft Oliver Prausmüller einen Blick auf aktuelle Infrastrukturkonflikte und ihre Bearbeitung unter den Gesichtspunkten der „Systemrelevanz“. Statt öffentliche Verfügungsmacht auszubauen, kommt es zunehmend zu einer machtpolitischen Instrumentalisierung von Infrastrukturen.
Veranstaltungshinweis
Auf der internationalen Tagung "Navigating the Anthropocene" in Bratislava hält Petra Gümplová am 25. September 2025 eine Keynote zur "Critical Theory of the Anthropocene".
Stellenausschreibung für Wissenschaftliche:n Mitarbeiter:in/Doktorand:in im SFB
SFB goes DGS! Vom 22-26.09.2025 findet der 42. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie zum Thema „Transitionen“ in Duisburg statt. Viele SFB Mitglieder werden dort präsentieren, so bei unserer gleichnamigen SFB-Ad-hoc-Veranstaltung Strukturwandel des Eigentums – Transformation, Transition, Diversifizierung, Persistenz? (AdH80) am Donnerstag, den 25.09. (14:15-17:00), in der ausgehend von der bestehenden Eigentumsvergessenheit über Wirkungen und Dynamiken von Eigentum diskutiert wird. Hier gibt es das vollständige Programm (auch als PDF).
Petra Gümplová hat in der online-Zeitschrift Kapitál eine Reihe zu den ethischen Aspekten des Klimawandels gelauncht. Fragen des Eigentums sind bei dieser Thematik zentral. Zum ersten Post der Reihe geht es hier. Die Beiträge erscheinen einmal im Monat.
Stellenausschreibung für Wissenschaftliche:n Mitarbeiter:in im SFB
Im Teilprojekt B10 "Embracing Capital: Zu normativen und gesellschaftsrechtlichen Aspekten der Kapitalisierung von Eigentum an Unternehmen" an der TU Berlin ist eine Stelle als PostDoc (75%) ab dem 01. Januar 2026 zu besetzen.
Robin Saalfeld stellt in seinem neuen Aufsatz "Zwischen Investitionsorientierung, finanzieller Sicherheit und Konsumkritik: Eine Typologie von Eigentumsarrangements in Paarbeziehungen" fest, dass sich der Umgang mit Privateigentum als heterogen erweist: Er reicht von investitionsorientierten Paaren, die Eigentum als Asset betrachten, über sicherheitsorientierte Paare, die Eigentum als gemeinschaftliches oder individualisiertes Besitzverhältnis begreifen, bis hin zu Paaren, die die Relevanz von Privateigentum in Frage stellen, um einen kritischen Umgang ringen oder Eigentumsknappheit bewältigen müssen.
Wie sehen die Eigentumsstrukturen im chinesischen Kapitalismus aus? Dieser Frage gehen Philipp Köncke, Stefan Schmalz und Lucas Erlbacher in ihrem Artikel "The anatomy of Chinese capitalism: Sectoral variation in party-state permeation and corporate governance" in der Zeitschrift competition&change auf den Grund. Mit Hilfe eines neuen Datensatzes zu den 500 größten Unternehmen Chinas kommen sie zu wichtigen Ergebnissen: Diese reichen von einer grundsätzlich dualen Eigentumsstruktur bis zu sektorspezifischen Unterschieden.
In einem taz-Artikel zu Männlichkeitsforschung wird Bezug auf das neue gleichnamige Buch von Sylka Scholz genommen. Darin geht es um die Konstruktion von Männlichkeit, unter anderem in der Dimension Erwerbsarbeit. Der Artikel betont außerdem die ostdeutsche Perspektive, die Sylka Scholz in die Debatte um Männlichkeit einbringt.
Wenige wissen, dass das Bundesverfassungsgericht in einem Urteil aus dem Jahr 1980 Sozialversicherungsleistungen als (soziales) Eigentum der Anspruchsberechtigten unter den Eigentumsschutz des Grundgesetztes (Artikel 14) gestellt hat. In einem Beitrag für die Zeitschrift Soziale Sicherheit geht Silke van Dyk der Rolle des Sozialeigentums in der Alterssicherung nach und diskutiert Implikationen für Fragen der (Un-)Gleichheit, (Un-)Sicherheit und Solidarität.
Am 01. Juli wird Silke van Dyk eine Keynote zum Thema "Über Leuchttürme und ihre Schattenseiten - Transformative Praxis und öffentliche Soziologie" anlässlich der Tagung "Transformationssoziologie konkret" in Darmstadt halten. Der Vortrag beleuchtet das transformative Potenzial progressiver munizipalistischer Stadtregierungen, die auf eine Entprivatisierung der Stadt auf der Basis von öffentlichen Infrastrukturen und Gemeingütern zielen. Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle prominente Fallbeispiele für transformative Bewegungen an anderen Orten spielen und was die Aufgabe einer öffentlichen Soziologie für die Analyse und Kritik so genannter Leuchttürme sein kann.
Neue Podcastfolge von appropriate online!
Die 19. Folge unseres Podcasts appropriate ist erschienen und trägt den Titel "Looking Back at Eight Years of Municipalist Government in Barcelona: The movement-party Barcelona en Comú". In Zusammenarbeit mit dem Urban Political Podcast sprechen Silke van Dyk und Luzie Gerstenhöfer mit der Aktivistin und ehemaligen politischen Beraterin Elia Gran über das alternative lokalpolitische Programm der Barcelona en Comú.
Petra Gümplová hat im German Law Journal einen Artikel veröffentlicht, in dem sie sich kritisch mit der Ausdehnung von Souveränitätsrechten auf globale commons beschäftigt.
Am 16.05. stellt Philipp Köncke auf der Veranstaltung Chinas "grünes" Energiewunder der Rosa-Luxemburg Stiftung und des Kritischen China-Forums der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AkG) seine Studie "(Geo)Politische Ökonomie des chinesischen Partei-Staatskapitalismus" vor.
Am 20.05. wird ab 18 Uhr in Berlin der kürzlich erschienene Sammelband "Umkämpftes Eigentum", herausgegeben von Niklas Angebauer, Jacob Blumenfeld und Tilo Wesche, vorgestellt.
Stellenausschreibung für Wissenschaftliche:n Mitarbeiter:in im SFB
Im Projekt B06 "Eigentumsungleichheit im Privaten: Paarinterne und -externe Treiber des Wandels von Eigentumsarrangements in Paarbeziehungen" ist eine Stelle als PostDoc (100%) zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen. Hier geht es zur Ausschreibung.
Lunch Lecture Umkämpftes Eigentum
Zur Frage "Infrastrukturen im Spannungsfeld von Privat- und Kollektiveigentum: Eine neue Politik des Öffentlichen?" hält Silke van Dyk am 21.05. an der Universität Wien einen Vortrag. Anlass ist eine Lunch Lecture zum Buch Nach dem Privateigentum.
In dem neuen Working Paper "Radikalisierung und Dekomposition des Privateigentums" präsentieren wir zentrale Forschungsergebnisse des SFB 294 „Strukturwandel des Eigentums“ aus der ersten Förderphase (2021 bis 2024).